Neues vom Breitbandausbau

Laut Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sollen bis Ende 2018 alle deutschen Haushalte mindestens mit einer Bandbreite von 50 Megabit pro Sekunde online gehen. Doch wie sieht es mit der Realisation aus?

Bund fördert mit 935 Millionen Euro

Seit 2015 läuft das insgesamt vier Milliarden Euro umfassende Programm zum flächendeckenden Ausbau entsprechender Breitbandanschlüsse im Bundesgebiet. Im März hat Alexander Dobrindt (CSU), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, die dritte Runde freigegeben und dafür 2,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Allein 935 Millionen Euro kommen von der Bundesregierung, der Rest fließt von beteiligten Kommunen und Firmen mit ein. Laut Handelsblatt können damit etwa 84.000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und weitere 860.000 Haushalte ans schnelle Internet angeschlossen werden.

Es bewegt sich also etwas, damit bald mehr bewegt werden kann. Doch reicht das? Zwar habe man bereits erste Schritte gemacht, aber „die größten Aufgaben liegen weiter vor uns“, vermeldete die Welt bereits im Herbst 2016 und berief sich dabei auf ein Mitglied der Fratzscher-Kommission. Diese Expertengruppe kam damals zusammen und bewertete, inwieweit die von ihnen gegebenen Empfehlungen bereits umgesetzt wurden. Dabei stellten sie fest, dass der Ausbau bisher nur schleppend vorangeht: „Was umgesetzt werde, reicht bei Weitem nicht aus.“

Anstrengungen müssen verstärkt werden

Doch bereits Ende des vergangenen Jahres räumte der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Defizite bei der Umsetzung ein. Zwar wären bereits viele Anregungen der Kommission umgesetzt worden, allerdings müssten die Anstrengungen insgesamt noch verstärkt werden.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat außerdem ein „Breitbandbüro“ eingerichtet und bereits 2014 zusammen mit Telekommunikationsunternehmen die „Netzallianz Digitales Deutschland“ gegründet. Laut Bundesminister Dobrindt sollen durch die Milliardeninvestitionen im Rahmen des Bundesförderprogramms für den Netzausbau vor allem dort Leitungen verlegt werden, wo es sich für die Telekommunikationsfirmen nicht lohnt – zum Beispiel in ländlichen Bereichen.

24,1 Millionen Haushalte am Netz

Laut einer Schätzung in der 18. Telekommunikations-Marktanalyse Deutschland von DIALOG Consult/VATM (diese ist auch die Bildquelle für die Grafik rechts) waren 2016 bereits 24,1 Millionen Haushalte mit DSL- oder Glasfaseranschlüssen ausgestattet (2015: 24 Millionen). Erfreulich daran ist, dass die Zahl der Nutzer mit weniger als 6 MBit/s auf 4,7 Millionen gesunken ist (2015: 6,6 Millionen). Eine leichte Tendenz lässt sich hieraus also ablesen. Allerdings wird auch deutlich, dass lediglich 1,7 Millionen Anschlüsse – und damit nur 7,1 Prozent – mit mehr als 50 MBit/s online gehen.

Es ist also noch viel zu tun – sowohl beim Anschluss der Haushalte als auch bei der Vermittlung der angestrebten Leistung. Außerdem muss es bereits an dieser Stelle weiterführende Überlegungen geben, da die Digitalisierung derzeit in großen Schritten voranschreitet: Videostreaming in Ultra-HD-Auflösung ist dabei nur ein Beispiel, was sich aktuell etabliert und nur bei einer entsprechend starken Leitung für schöne Filmabende sorgt – da reichen 50 MBit/s schon gar nicht mehr aus. Was allerdings heute schon Realität ist: Für jede Stufe des Breitbandausbaus hat AVM die richtige FRITZ!Box im Angebot.