AVM erklärt Anschlussarten: Teil 1 – DSL

DSL, LTE, Kabel und Glasfaser. FRITZ!Box läuft an jedem Anschluss, doch wie genau unterscheiden sich die einzelnen Anschlussarten voneinander, was bedeuten häufig verwendete Begriffe und Abkürzungen und was gibt es sonst noch Wissenswertes über Ihren Internetanschluss? Damit im Datendickicht niemand verlorengeht, gibt es auf avm.de jetzt Abhilfe: Eine Artikelserie gibt einen Überblick zu den einzelnen Anschlussarten. Den Anfang macht DSL.

Aller Anfang war … langsam

Die Abkürzung DSL steht für Digitial Subscriber Line und ist eine Sammelbezeichnung für mehrere Standards zum Datentransfer mit höheren Übertragungsraten. Was genau „höhere Übertragungsraten“ sind, zeigt ein Blick auf die Prä-DSL-Ära: Bis bei der Telekom Anfang 2000 die ersten ADSL-Angebote verfügbar waren, ging man entweder mit dem 56k-Modem (mit dem wohl berühmtesten Einwahlsound aller Zeiten) oder via ISDN (64 Kbit/s; bei Kanalbündelung 128 Kbit/s) online.

Bei Markteinführung versprach DSL Download-Geschwindigkeiten von bis zu 768 kbit/s. Je nach gewähltem Paket stand den Kunden monatlich eine entsprechende Anzahl von Online-Stunden zur Verfügung. Eine Flatrate, mit der zum Festpreis unbegrenztes Surfen möglich war, erschien erst Jahre später.

ADSL, VDSL, G.fast – ein Überblick

Ein Blick auf das Angebot verschiedener DSL-Provider zeigt, dass 2016 ein DSL-Anschluss mit einer Bandbreite von 16.000 Kbit/s oft schon zu den Einstiegstarifen zählt. Welche technologischen Meilensteine welche Datenrate ermöglichten und wie die Zukunft aussieht, sehen Sie unten in der Auflistung.

Der Begriff DSL ist eine Sammelbezeichnung für mehrere Standards zur Datenübertragungen über einfache Kupferleitungen. Der erste für die Kunden nutzbare DSL-Standard war ADSL. Dieser brachte auch gleich zwei Merkmale mit, die bis heute für alle DSL-Varianten charakteristisch sind: die gleichzeitige Nutzung von Internetleitung und Festnetztelefon sowie das asymmetrische Verhältnis zwischen Sende- und Empfangsleistung. Letzteres bedeutet, dass mehr Bandbreite für den Down- als für den Upload zur Verfügung steht.

ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) ist der „klassische, erste DSL-Zugang.“ ADSL wurde in Deutschland mit einer maximalen Übertragungsrate von bis zu 6 Mbit/s vermarktet.
ADSL2 Die Weiterentwicklung von ADSL kam in Deutschland praktisch nicht zum Einsatz. Stattdessen folgte direkt der Übergang zu ADSL2+.
ADSL2+ Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 16 Mbit/s können Daten übertragen werden. ADSL2+ kam 2006 auf den Markt.
VDSL (Very High Digital Subscriber Line) hat sich in Deutschland wegen zu kurzer Reichweite und Inkompatibilität zur ADSL-Technik nie durchgesetzt.
VDSL2 basiert wieder auf der ADSL-Technik. Außerdem trugen Übertragungsraten von bis 50 Mbit/s und eine Möglichkeit zur Priorisierung von Datenpaketen maßgeblich zum Erfolg von VDSL2 in Deutschland bei. Spricht man von VDSL, ist daher in der Regel VDSL2 gemeint.
Bonding Dabei handelt es sich um die Möglichkeit, zwei DSL-Leitungen des gleichen Anbieters zu bündeln und so theoretisch von der doppelten Übertragungsrate zu profitieren. Sollten die Internetprovider Bonding zukünftig verfügbar machen, gibt es auch für diese Technologie die passende FRITZ!Box.
VDSL2-Vectoring verhindert, dass sich die Leitungen bei vielen DSL-Teilnehmern beeinträchtigen. Bevor Vectoring 2015 verfügbar war, ging gerade bei ungeschirmten Kabelbünden viel Potential durch das „Übersprechen“ der Leitungen verloren. Durch Vectoring sind Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit möglich. Mit Supervectoring steht eine Weiterentwicklung in den nächsten Jahren vor dem Marktstart.
G.fast (fast access to subscriber terminals) ist der Nachfolgestandard von VDSL und soll mittelfristig etabliert werden. Wann das sein wird, ist von den Plänen der Provider abhängig. Die Technik nutzt ebenfalls die vorhandenen Kupferkabel und man erhofft sich Übertragungsraten von bis zu 1 Gbit/s.

Wie funktioniert DSL?

Alle DSL-Varianten nutzen für das letzte Stück der Übertragung zum Kunden Kupferleitungen. Diese auch als Teilnehmeranschlussleitung (TAL) bezeichneten Kabel laufen in der DSL-Vermittlungsstelle des Anbieters zusammen. Je weiter der Anschluss von der Vermittlungsstelle entfernt ist, desto geringer wird der Datendurchsatz. Das führt gerade in ländlichen Regionen mit wenigen Vermittlungsstellen zu langsamen Verbindungen.

Der Kunde benötigt für den DSL-Zugang ein DSL-Modem. Moderne Lösungen, wie etwa die FRITZ!Box 7490, kombinieren Modem und Router in einem Gerät. Die FRITZ!Box ermöglicht außerdem mehreren Computern oder Mobilgeräten Zugang zum Netzwerk, dient als Telefonzentrale und bringt modernste Multimedia-Features mit. An analogen Telefonanschlüssen ist zwischen Telefondose und FRITZ!Box ein Splitter nötig. Dieser trennt die eingehenden Signale zwischen Internet und Telefon.

Bei modernen All-IP-Anschlüssen fällt der Splitter weg, da die Telefonie über das Internet läuft. Mehr Informationen zum Thema All-IP finden Sie in unserem Ratgeber.

Artikelserie: AVM erklärt Anschlussarten