AVM erklärt Anschlussarten: Teil 3 - LTE

Die FRITZ!Box läuft an jedem Anschluss. In unserer Artikelserie bekommen Sie nützliche Infos über die einzelnen Anschlussarten und deren Besonderheiten. Nun ist LTE an der Reihe.

Ein Standard für mobile Datenübertragung

Die Abkürzung LTE steht für "Long Term Evolution" und dabei handelt es sich um den aktuellsten Standard zur mobilen Datenübertragung, Stand 2016. Gemeinhin spricht man bei LTE auch vom "mobilen Internet der 4. Generation" und verwendet die Abkürzung 4G.

Will man die Generationen ordnen, steht die analoge Telefonie in dieser Aufzählung am Anfang. GPRS und EDGE, die beide auf dem sehr weit verbreiteten GSM-Netz basieren, markieren die zweite Generation. 3G und damit der direkte Vorgänger von LTE ist das UMTS-Netz mit dem gleichnamigen Standard bzw. dessen Erweiterung HSPA+. Mehr Informationen zu den einzelnen Meilensteinen mobiler Kommunikation gibt es hier in der Übersicht:

GSM (Global System for Mobile Communications): Markiert den ersten Standard zur Abwicklung von Kommunikation in volldigitalen Mobilfunknetzen. Das GSM-Netz war lange die Grundlage zur Abwicklung von Mobilfunktelefonie, Datenübertragung und Vermittlung von Kurznachrichten. Mitte der 90er Jahre wurde GSM in Deutschland etabliert und ermöglichte die Übertragung von Datenpaketen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 9,6 kBit/s.
GPRS (General Packed Radio Service): Anfang 2000 ermöglichte GPRS Datenübertragungen von bis zu 55 kBit/s. Die Vermittlung erfolgte ebenfalls in Paketen, was eine höhere Sicherheit gegen Ausfälle bot. GPRS kam für den Aufbau von WAP-Seiten oder die Übertragung von MMS zum Einsatz.
EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution): Dieser seit 2006 in Deutschland verstärkt ausgebaute Übertragungsdienst nutzt ebenfalls das GSM-Netz als Basis für die Datenvermittlung. Mit EDGE können Geschwindigkeiten von bis zu 220 kBit/s erreicht werden. Ein Vorteil ist die hohe Verfügbarkeit: Nutzer können auch in ländlichen Gebieten ohne UMTS- oder LTE-Abdeckung auf EDGE ausweichen und trotzdem (aber langsamer) surfen.
UMTS/HSPA (Universal Mobile Telecommunications System/High Speed Packet Access): Markiert die dritte Generation mobilen Internets. Surfen über das UMTS-Netz ermöglichte zunächst Übertragungsraten von bis zu 384 kBit/s. Mit der Erweiterung HSPA+ ist mobiles Surfen bis zu 42 MBit/s möglich.
LTE (Long Term Evolution): Mobiles Internet der 4. Generation. Basiert auf der UMTS-Technologie, daher konnte man beim LTE-Ausbau teils auf die vorhandenen UMTS-Infrastrukturen setzen. Je nach derzeitiger Empfangssituation sind bis zu 150 Mbit/s möglich bzw. bis zu 300 Mbit/s mit der Erweiterung LTE Advanced.
5G Der Nachfolger des LTE-Standards ist bereits in der Entwicklung. Mit dem mobilen Internet der 5. Generation sollen Übertragungsraten von bis zu 1 GBit/s realisiert werden.

LTE und die FRITZ!Box

Dass AVM mit der FRITZ!Box praktische Lösungen für DSL-, Kabel- und Glasfaseranschluss anbietet, ist bekannt. Auf den ersten Blick mag da eine FRITZ!Box für LTE-Netze nicht so recht reinpassen, denn schließlich erfolgt hier die Datenübertragung nicht über die Telefonleitung oder das Kabelnetz, sondern über das Mobilnetz. Dazu muss eine SIM-Karte, über die der LTE-Tarif läuft, in die FRITZ!Box gesteckt werden und schon können Geräte darüber online gehen. Außerdem haben viele FRITZ!Box-LTE-Modelle eine integrierte Telefonanlage.

LTE hat als Alternative zum klassischen DSL durchaus seine Daseinsberechtigung: Da die Verbreitung über Mobilfunkmasten erfolgt, kann auf diese Weise schnelles Internet in Regionen gebracht werden, wo DSL nicht verfügbar ist. Und mehr noch: Dank Downloadraten von bis zu 300 MBit/s sind auch große Updates, Online-Gaming oder Film-Streaming für die mobile Leitung kein Problem.

Routerfreiheit – im wahrsten Sinne des Wortes!

Eine andere Besonderheit des Mobilfunknetzes ist die große Mobilität. Da neben dem Router lediglich die SIM-Karte sowie eine Möglichkeit zur Stromversorgung gebraucht wird, kann man bei entsprechender Netzabdeckung überall in Europa via LTE online gehen. Somit ist man nicht an einen Anschluss oder eine feste Adresse gebunden. Wer viel unterwegs ist, packt sein Internet ohne viel Aufwand einfach in die Tasche.

Doch bei all den Vorteilen in Sachen Mobilität und Einfachheit, gibt es auch Gründe, warum LTE den klassischen DSL-Anschluss nicht abgelöst hat. Zum einen muss hier natürlich auch die Verfügbarkeit genannt werden. Zwar geht der Netzausbau stets voran, dennoch ist 4G noch nicht überall zu empfangen. Des Weiteren handelt es sich bei LTE, wie bei allen Formen der Mobilfunkkommunikation, um einen geteilten Kanal. Das bedeutet, dass sich bei vielen gleichzeitig auf das Netz zugreifenden Clients die Surfgeschwindigkeit jedes einzelnen verringert.

Geeigneten Tarif finden

Eine weitere Herausforderung, die sich bei einem Internetzugang über DSL, Kabel oder Glasfaser so nicht stellt, ist die Suche nach einem geeigneten Vertrag. Während es den klassischen Internetzugang mit Daten- und Telefonflatrate mit individuellen Übertragungsraten gibt, sieht es bei Mobilfunkverträgen anders aus: Dort kann oftmals nur ein bestimmtes Datenvolumen mit LTE-Geschwindigkeit verbraucht werden, bevor es zu einer Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit kommt.

Daher kann man sagen, dass LTE zwar durchaus eine sinnvolle Alternative zu den herkömmlichen Verbindungsarten sein kann, das Angebot aber im Sommer 2016 noch nicht den Datendurchsatz garantiert, wie man es von DSL & Co. gewohnt ist. Das liegt am vielfach geteilten Datendurchsatz. Dennoch macht LTE Sinn, wenn am Wohnort DSL nicht verfügbar ist, man ohnehin viel unterwegs ist und /oder generell nur einen Vertrag für Mobilfunk und Internet abschließen möchte. Außerdem ist eine FRITZ!Box LTE eine gute Ergänzung, um etwa auf Reisen mit minimalen Aufwand allen Geräten schnelles Internet zur Verfügung zu stellen.

Artikelserie: AVM erklärt Anschlussarten