AVM erklärt Anschlussarten: Teil 4 – Glasfaser

Die FRITZ!Box läuft an jedem Anschluss. In unserer Artikelserie bekommen Sie nützliche Infos über die einzelnen Anschlussarten und deren Besonderheiten. Im vierten Teil der Reihe beschäftigen wir uns mit der Glasfaserleitung.

Glasfaser – Was ist das eigentlich?

Beim Glasfaseranschluss handelt es sich um eine Möglichkeit, das eigene Zuhause mit einer Breitbandverbindung auszustatten. Er ist eine Alternative zu einem Zugang via DSL, Kabel oder LTE. Wie es der Name vermuten lässt, kommen dabei Glasfaserkabel zum Einsatz. Vereinfacht gesagt, erfolgt die Datenübertragung in einem Glasfaserkabel durch die Übertragung von Lichtsignalen, was enormes Potential in Sachen Bandbreite birgt.

Um den Glasfaseranschluss besser zu verstehen, hilft ein Blick auf die DSL-Technik: Die Architektur beider Anschlussarten ist identisch, da die Datenübertragung über das Festnetz abgewickelt wird. Ebenfalls gleich ist, dass ein Teil der Leitung (vom Rechenzentrum des Internetanbieters zur Vermittlungsstelle) aus Glasfaserkabeln besteht. DSL kommt über Kupferkabel von der Vermittlungsstelle in die Haushalte – und hier setzt der Glasfaseranschluss an.

Wie kommt das Internet zu mir nach Hause?

Das Stück zwischen Vermittlungsstelle und Teilnehmerendgerät wird umgangssprachlich als „letzte Meile“ bezeichnet. Auf dieser Meile müssen die Daten durch verschiedene Knotenpunkte, um letztlich bei Ihnen zuhause anzukommen:

Vermittlungsstelle (VSt): Aus den Rechenzentren der Internetprovider führen Glasfaserkabel zu den einzelnen Vermittlungsstellen. In ländlichen Regionen gibt es oft nur eine Vermittlungsstelle für einen Ort oder mehrere kleine. In Großstädten sind diese über die Stadt verteilt.
Kabelverzweiger (KvZ): Im Einzugsbereich der Vermittlungsstelle stehen mehrere Kabelverzweiger. Diese verbinden mehrere Häuser oder auch Straßenzüge mit einem Hauptkabel. Es handelt sich bei Kabelverzweigern über die markanten grauen Kästen, die am Straßenrand stehen.
Abschlusspunkt Linientechnik (APL): Dieser Knotenpunkt befindet sich meist im Keller des Wohnhauses. Das Signal des Hauptkabels wird hier an verschiedene Teilnehmeranschlüsse weitergegeben.
Teilnehmeranschluss (TA): Der Teilnehmeranschluss bezeichnet den Punkt, ab dem der Kunde seine Endgeräte anschließen kann - die TAE-Dose.
Teilnehmerendgerät (TE): FRITZ!Box, Telefon, Smartphone, Tablet, Computer usw.

Sowohl beim Glasfaser- als auch beim DSL-Anschluss reicht das Glasfaserkabel bis in die Vermittlungsstelle. Das Ideal des Glasfaseranschlusses ist eine sogenannte „Vollverglasung“ – sämtliche Kupferkabel sind durch Glasfasern ersetzt. Bis dahin unterscheidet man, bis zu welcher Stelle in der o.g. Kette Kupfer bereits abgelöst wurde:

FTTC – Fibre to the curb (VSt) („Glasfaser bis zum Straßenrand“): Bei diesem Konstrukt endet das aus dem Rechenzentrum stammende Glasfaserkabel nicht an der Vermittlungsstelle, sondern führt weiter zum Kabelverzweiger. Ab hier wird die Verbindung mit Kupferkabeln fortgesetzt.
FTTB – Fiber to the building (KvZ) („Glasfaser bis zum Gebäude“): Bis zum Hausverteiler ist Glasfaser verlegt.
FTTH – Fiber to the home („Glasfaser bis in die Wohnung“): Die Verbindung von der Vermittlungsstelle bis zur Teilnehmeranschlussdose erfolgt komplett über das Glasfaserkabel. Man spricht von einer „Vollverglasung“. Auf Kupferkabel wird komplett verzichtet. An der Dose in der Wand können Sie die FRITZ!Box 5490 anschließen.

Als Oberbegriff für Glasfasernetze in Richtung des Endkunden hat sich FTTX etabliert, wobei das X eine Leerstelle für eine der oben aufgeführten Varianten bekleidet. Von FTTC zu FTTH wird der Anteil des Kupferkabels immer geringer, was für Anbieter einen größeren Aufwand bedeutet.

Aktiv vs. passiv

Ein gutes Glasfaserkabel hat das Potential, Übertragungsraten von 1 GBit/s und mehr zu erreichen. Außerdem gibt es noch andere Vorteile: Sie ist bei Weitem nicht so anfällig gegenüber elektrischen und magnetischen Feldern wie Kupfer. Via Glasfaser können Daten über mehrere Kilometer ohne Geschwindigkeitsverlust übertragen werden und die neuen Kabel sind wesentlich dünner als ihre rostroten Pendants. Ein weiterer Vorteil der Glasfasertechnologie ist die symmetrische Geschwindigkeit im Down- und Upstream. Bei den DSL-Varianten konnte der Upload immer nur einen Bruchteil der Downloadgeschwindigkeit erreichen.

Unterscheiden muss man letztlich noch zwischen einem aktiven und einem passiven Glasfaseranschluss. Aktiv bedeutet, dass jeder Haushalt seinen eigenen Glasfaserzugang hat. Hier kommen nur die Daten des jeweiligen Haushalts an. An einem passiven Anschluss führt eine Hauptader zu einem zentralen Übergabepunkt. Über einen Splitter werden die ankommenden Daten dann in mehreren Fasern aufgeteilt und den entsprechenden Haushalten/Anschlüssen zugeordnet. Am passiven Glasfaseranschluss befindet sich außerdem oft ein Optical Network Terminal (ONT), das die Daten filtert und an einen Zugangsrouter – etwa die FRITZ!Box 5490 – weiterleitet.

Artikelserie: AVM erklärt Anschlussarten