AVM erklärt Powerline

Daten aus der Steckdose – wie funktioniert das eigentlich?

Mit der Powerline-Technologie (auch PowerLAN, dLAN oder Powerline Communication/PLC genannt) übertragen Sie Ihre Daten ergänzt durch Netzwerkkabel oder WLAN-Funk über die Stromleitung Ihrer Wohnung.

Powerline ist Englisch für „Stromleitung”

Das Grundprinzip der Powerline-Technologie liegt in der Datenübertragung über die Stromleitung. Daher der englische Begriff „Powerline” für Stromleitung.

Das digitale Signal – also die Daten, die beispielsweise eine FRITZ!Box per LAN-Kabel an den Powerline-Adapter schickt – werden vom Adapter in ein analoges Signal umgewandelt. Dieses Signal wird hochfrequent auf die Stromleitung gegeben und erreicht alle Steckdosen in Wohnung oder Haus. Der Adapter auf Empfangsseite filtert das analoge Signal heraus und wandelt es in digitale Daten um, die beim angeschlossenen PC, Tablet, Smartphone, Drucker oder anderen Geräten wieder als IP-Pakete ankommen. Die übertragenen Daten können aus Musik, Fotos, Videos oder Websites bestehen.

Was geschieht genau auf der Stromleitung?

Moderne Stromkreise haben drei Adern – L: die Phase, N: den Neutral-Leiter und PE: den Schutzleiter. Bei älteren Leitungen sind es nur zwei Adern. Wer Powerline-Produkte mit dem schnellen Gigabit-Powerline nutzen möchte, benötigt eine Verkabelung mit mindesten drei Adern. Eine Steckdose mit Schutzkontakt (Schuko) und die Verwendung aller drei Adern ist Voraussetzung für die 2x2-MIMO-Funktion, bei der jeweils zwei Sender und Empfänger gleichzeitig Daten austauschen. So werden die derzeit maximal möglichen Datenraten erreicht. Dreiadrige Stromleitungen sowie Steckdosen mit Schutzkontakt sind heute Standard.

Diese schnelle Variante kann auf drei Adern etwa 60 bis 80 Prozent schneller Daten schicken als auf zwei Adern. Die „Rate over Range”, also die mit der Länge des Stromkabels abnehmende Datenrate, steigt bei dieser Technik deutlich. Auch Steckdosen im Grenzbereich der Signalreichweite werden mit einem stärkeren und robusteren Datenstrom versorgt und können mit datenintensiven Anwendungen, wie HD-Streams oder Online Gaming, genutzt werden.

Bis zu 16 Geräte lassen sich zu einem Powerline-Netzwerk kombinieren. Sie können über Sicherungskästen oder Schutzschalter hinweg eingesetzt werden. Außerdem schützt die Verschlüsselung des Netzwerks vor einem „Abhören” durch Unbefugte.

Da die Auswirkungen von Powerline auf die Stromleitung innerhalb der Normen von hochfrequenten Störaussendungen für Elektrogeräte liegen, sind mit FRITZ!Powerline ebenso wenig Störungen zu beobachten wie mit einem Kühlschrank, einer Bohrmaschine oder ähnlichen Geräten.

Powerline im Haus

Standard garantiert Kompatibilität

Damit sich die Powerline-Produkte unterschiedlicher Hersteller kombinieren lassen, haben sich die Hersteller auf einen Standard geeinigt. „HomePlug“ soll garantieren, dass Geräte verschiedener Hersteller und Generationen gemeinsam eingesetzt werden können. Für eine bestimmte erreichbare Datenrate und die sichere Verschlüsselung der Daten sorgen entsprechende Protokolle. Der aktuelle Standard HomePlugAV2 soll Übertragungsraten von bis zu 1,2 GBit/s ermöglichen.

Powerline das Mittel der Wahl

Unter bestimmten Bedingungen lassen sich Netzwerkkabel schwer verlegen und eine Übertragung per WLAN ist nicht immer ideal. Beispielsweise bei einem Netzwerk, das sich über mehrere Etagen erstreckt, oder wenn zu viele Hindernisse die kabellose Datenübertragung erschweren. Mit Powerline gelangen die Informationen von Steckdose zu Steckdose und erzielen ohne zusätzliche Kabel auch an räumlich entfernten Stellen hohe Datenraten. Natürlich lassen sich die drei Vernetzungstechniken LAN, WLAN und Powerline auch intelligent zu einem Heimnetz kombinieren.