FAQs zur freien Routerwahl

1. Sind die Unterschiede zwischen Routern so groß, dass sich ein eigenes Gerät lohnt?

Router sind die Basis für ein intelligentes, sicheres Heimnetz und den Zugang zum Internet. Zwischen den verschiedenen Produkten bestehen Unterschiede in Hinblick auf Funktionsumfang, Sicherheit (wie Portfreigabe, Firewall, Kindersicherung oder gesicherte Gastzugänge) sowie die Leistungsfähigkeit des WLAN. Lesen Sie dazu auch "So erhalten Sie das beste WLAN".

Wenn Sie einen Internetanschluss nutzen, kann es für Sie eine Rolle spielen, ob der Router Funktionen für IP-Telefonie unterstützt, wie viele Geräte in das Netzwerk eingebunden werden können und ob der Router auch für anspruchsvolle Multimedia-Anwendungen wie Media Streaming, Smart TV oder Online Gaming geeignet ist.

2. Welche weiteren Vorteile bringt mir die freie Routerwahl?

Bei DSL- und Mobilfunkanschlüssen profitieren Anwender seit Jahren von der freien Routerwahl. Vor allem für Kabelanschlüsse und künftige Glasfaseranschlüsse hat der Gesetzgeber jetzt die freie Endgerätewahl festgeschrieben.

Dank der Routerfreiheit können Sie nun auch am Kabel- oder Glasfaseranschluss einen Router frei nach Ihren Bedürfnissen wählen und selbst kaufen. Es entstehen keine Mietkosten für Gerät oder WLAN; Updates für mehr Funktionen und Sicherheit sind direkt vom Hersteller und gratis erhältlich. Bei Providerwechsel oder Umzug vermeiden Sie umständliche Neukonfigurationen Ihres Heimnetzwerks bzw. der WLAN-Einstellungen. Ein integrierter Router umfasst Modem, WLAN-Router, Telefonanlage und steuert Multimedia sowie Smart Home – Sie sparen Anschaffungskosten. Auch die Stromaufnahme fällt geringer aus, wenn alle Funktionen in einem Gerät vereint sind.

3. Ist die freie Routerwahl in jedem Fall möglich, zum Beispiel auch wenn ich seit längerer Zeit Kunde bei einem Anbieter bin?

Die rechtlichen Rahmenbedingungen des TK-Endgerätegesetzes sehen vor, dass jeder Kunde eines Internetanbieters seinen Router seit dem 1. August 2016 frei anschließen kann. Voraussetzung dafür ist einerseits, dass das Endgerät (also der Router oder das Modem) technisch für das Anschließen an dieses Netz vorgesehen ist und der Provider dafür alle nötigen Informationen bereitstellt – dazu ist er seit diesem Zeitpunkt verpflichtet.

Über den aktuellen Stand bei verschiedenen Anbietern informiert die AVM-Website "Freie Routerwahl". Dort finden Sie auch alle Informationen zur Einrichtung Ihrer FRITZ!Box an Ihrem Internetzugang – soweit die Informationen bereits für Ihren Internetanbieter vorhanden sind.

4. Welche Informationen muss ich bei meinem Provider einholen, um einen Router meiner Wahl einsetzen zu können?

Seit August 2016 sind Netzbetreiber gesetzlich verpflichtet, Kunden die Zugangsdaten ihres Anschlusses mitzuteilen. Bei Neuverträgen sogar „in Textform, unaufgefordert und kostenfrei“. Dabei handelt es sich um die Zugangsdaten aller Dienste, die über die Anschlussleitung des Anbieters erbracht werden. Das sind in der Regel Internet und Telefonie (Voice over IP). Nach einem Urteil des Essener Landgerichts sind Anbieter auch bei Bestandskunden verpflichtet die Zugangsdaten mitzuteilen.

Unserer Seite "Freie Routerwahl" können Sie entnehmen, welche Anbieter diese Informationen bisher bereitstellen. Dort finden Sie auch alle Daten zur Einrichtung Ihrer FRITZ!Box an Ihrem Internetzugang – soweit es die Daten bereits für Ihren Internetanbieter gibt.

5. Kann ich jeden erhältlichen Router mit meinem Anschluss verbinden?

Alle beliebten Zugangstechnologien wie DSL, Kabel und Mobilfunk basieren auf internationalen Standards, sodass Gerätehersteller seit vielen Jahren Produkte entwickeln können, die mit den Netzen grundsätzlich kompatibel sind.

Zusätzlich bestehen seit über zehn Jahren rechtliche Verpflichtungen für Provider, jeweils eine genaue, angemessen technische Beschreibung aller besonderen Merkmale ihrer Netz-Zugangsschnittstellen bereitzustellen. So sind DSL-Router für nahezu alle DSL-Anschlüsse geeignet, ebenso wie alle LTE-Router für jedes LTE-Netz. Denn auf der Grundlage der technischen Beschreibung können Hersteller Produkte entwickeln, die kompatibel mit den jeweiligen Netzen sind und optimal funktionieren.

Seit dem 1. August 2016 gilt dies auch für Kabel- und Glasfaseranschlüsse sowie für die DSL-Anschlüsse der wenigen DSL-Anbieter, die bislang keine Routerfreiheit vorsahen.

AVM entwickelt FRITZ!Box-Cable-Modelle in Einklang mit der Schnittstellenbeschreibung der Netzbetreiber. Die aktuell im Fachhandel erhältlichen FRITZ!Box-Cable-Modelle sind daher für den Kabelanschluss und verschiedenste Netzbetreiber geeignet.

FRITZ!Box-Cable-Produkte, die zuvor etwa als Mietgerät über einen Provider bezogen worden sind, können nicht an beliebigen Kabelanschlüssen verwendet werden. Dazu zählen unter anderem die FRITZ!Box 6360, 6340, 6320 sowie FRITZ!Box 6490 Cable mit der AVM-Artikelnummer ungleich 20002778.

Wir stellen Ihnen auf der Seite "Freie Routerwahl" alle für Sie relevanten Informationen für Ihren Kabelanbieter zur Verfügung sobald diese verfügbar sind.

6. Unterscheiden sich DSL- und Kabelanschluss hinsichtlich der freien Routerwahl?

Nein, es gibt keinen Unterschied. Nach dem TK-Endgerätegesetz bedeutet Routerfreiheit, dass Verbraucher das uneingeschränkte Recht gegenüber jedem Telekommunikationsanbieter haben, einen frei gewählten Router an ihre Netzschnittstelle (Anschlussdose) anzuschließen.

Dieses Recht gilt für DSL-, LTE-, Glasfaser- und Kabelkunden gleichermaßen. Dabei muss der Router die technischen Voraussetzungen für den jeweiligen Anschluss bzw. Anbieter erfüllen. Andernfalls ist keine Verbindung möglich. Informationen zum Anschluss eines Kabelrouters an einen Kabelanschluss finden Sie auch unter Punkt 7.

7. Eignen sich alle Kabelrouter für alle Kabelanschlüsse?

Wie unter Punkt 5 ausgeführt arbeiten auch Kabelanschlüsse auf Basis internationaler Standards. AVM FRITZ!Box Cable unterstützt die öffentliche Netzwerkschnittstellenspezifikation, die bei allen Kabelnetzbetreibern zum Einsatz kommt (ETSI TS 102 639 (DOCSIS, EuroDOCSIS 3.0) sowie IETF RFC 3261).

Darüber hinaus können spezifische Anpassungen an einzelne Netzbetreiber erforderlich sein, die diese seit August 2016 veröffentlichen müssen. Wir gehen davon aus, dass alle Kabelrouterhersteller darauf achten, zu möglichst vielen Kabelnetzen in Deutschland kompatibel zu sein.

AVM FRITZ!Box 6490 Cable ist bereits bei zahlreichen deutschen Kabelanbietern als Mietgerät im Angebot und hat seine Kompatibilität unter Beweis gestellt. Speziell für den freien Einsatz am Kabelanschluss werden aktuell  folgende FRITZ!Box Modelle im Handel angeboten:


Andere Produkte, im Einzelnen FRITZ!Box 6360, 6340, 6320 sowie oben genannte FRITZ!Box Cable Modelle mit anderen AVM-Artikelnummern sind ausdrücklich nicht für den uneingeschränkt freien Einsatz vorgesehen und werden an Kabelanschlüssen u.U. nicht so wie eine FRITZ!Box Cable mit den oben genannten Artikelnummern funktionieren. Für diese Produkte, die sich nach unserer Einschätzung im Eigentum von Kabelanbietern befinden, gibt es auch keinen von AVM vorgesehenen Weg die Schnittstellenbeschreibung künftig im Sinne eines uneingeschränkt freien Einsatzes zu unterstützen.

 

 

8. Was ist zu beachten, wenn ich eine FRITZ!Box Cable meiner Wahl an ein Kabelnetz anschließe?

Um eine Verbindung ins Internet herstellen zu können, muss die FRITZ!Box für den Internetzugang von Ihrem Anbieter freigeschaltet bzw. aktiviert werden. Die Ersteinrichtung Ihrer FRITZ!Box wird von Ihrem Kabel-Anbieter vorgegeben und kann variieren. Dazu informiert Sie Ihr Anbieter.

Das eigentliche Anschließen einer FRITZ!Box zuhause ist ganz einfach: Eine übersichtliche Kurzanleitung führt Sie durch die Installation, sodass Sie keinen Techniker zur Unterstützung benötigen. Zusätzliche stehen Online-Hilfe oder der telefonische AVM-Support für Rückfragen bereit.

Weitere Informationen zur Einrichtung der FRITZ!Box an Ihrem Kabelanschluss finden Sie unter: avm.de/läuft

9. Muss ich bei frei verfügbaren Routern auf eine Zertifizierung achten?

Router müssen eine CE-Zertifizierung absolvieren und die entsprechende CE-Kennzeichnung tragen. Weitere besondere Zertifizierungen, beispielsweise durch Internetanbieter, sind nicht notwendig.

10. Wenn ich einen eigenen Router für meinen Internetanschluss verwende, wer leistet bei Problemen Hilfestellung – mein Internetanbieter oder der Routerhersteller?

Für den technischen Support von Router und Modem sind seit jeher die Hersteller der Endgeräte zuständig, nicht die Internetanbieter.

Seit Jahren bietet AVM umfassenden Produktsupport über Telefon und E-Mail, detaillierte und verbraucherfreundliche Informationen sowie Ratgeber zu konkreten Einsatzszenarien. Online finden Sie alle Informationen zur Ihrer FRITZ!Box und zu Supportanfragen in unserem Servicebereich.

Die FRITZ!Box integriert außerdem zahlreiche Diagnosefunktionen, um Anwender auch bei anschlussbezogenen Problemen zu unterstützen.

11. Wer kümmert sich um Updates, wenn ich den Router selbst kaufe und anschließe?

AVM stellt für seine FRITZ!Box-Modelle regelmäßig kostenlose Updates bereit.

Sie können die Funktion "automatische Updates" nutzen und erhalten dann das aktuelle FRITZ!OS sofort bei Veröffentlichung. Diese Funktion ist bei allen FRITZ!Boxen voreingestellt, sodass Sie sich im Normalfall nicht um Updates kümmern müssen. Auch das FRITZ!OS für die FRITZ!Box Cable wird von AVM regelmäßig aktualisiert.

12. Mein Anbieter hat mir einen FRITZ!Box Cable als Leih- oder Mietgerät überlassen. Ändert sich für mich etwas durch die neue Gesetzeslage?

Zum August 2016 gab es keine besonderen Änderung im Hinblick auf die neue Gesetzeslage für die FRITZ!Box Cable als Leih- oder Mietmodell. Es bleiben alle Rahmenbedingungen von einer über den Netzanbieter bezogenen FRITZ!Box Cable bestehen. Bei Miet- oder Leihgeräten übernimmt der Kabelanbieter z. B. das Software-Update oder die Einrichtung von Anbieterdiensten am Endgerät.

13. Kann ich meine FRITZ!Box an einem neuen IP-basierten Anschluss betreiben?

Ja, Ihre FRITZ!Box können Sie auch am All-IP-Anschluss (IP-Telefonie statt analog oder ISDN) der Deutschen Telekom, von Vodafone oder 1&1 problemlos weiter nutzen.

14. Wie wird die Herausgabe der Zugangsdaten an Bestandskunden gehandhabt?

Seit dem 1. August sind die Netzbetreiber verpflichtet, die Zugangsdaten des Anschlusses „in Textform, unaufgefordert und kostenfrei“ bei Vertragsschluss zur Verfügung zu stellen.

Ob diese Regelung auch für die Herausgabe von Zugangsdaten an Bestandskunden gilt, wird derzeit unterschiedlich interpretiert. Nach einem Urteil des Essener Landgerichts besteht jedoch auch bei bestehenden Verträgen ein Anspruch auf die Mitteilung der Zugangsdaten durch den Netzbetreiber. Am besten kontaktieren Sie diesen direkt.

Bei Fragen und Problemen in Zusammenhang mit einer verbraucherfreundlichen Umsetzung der Endgerätefreiheit sind auch die Verbraucherzentralen der jeweiligen Bundesländer (http://www.vzbv.de/content/verbraucherzentralen) sowie der Verbraucherservice Telekommunikation der Bundesnetzagentur (http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1432/DE/Allgemeines/Kontakt/kontakt-node.html) gute Ansprechpartner.